Tauben-Initiative Basel Stadt

Die Tauben-Initiative ist ein Produkt der Bevölkerung

Die Tauben-Initiative Basel-Stadt ist aus der Basler Bevölkerung entstanden. Betroffene Menschen haben sich organisiert, recherchiert, Lösungen verglichen und Verantwortung übernommen. Das sollte jede und jeder wissen: Diese Initiative ist kein Projekt „von oben“, sondern eine Antwort „von unten“ – aus dem Alltag der Stadt.
Demgegenüber steht ein Gegenvorschlag aus einem politisch-bürokratischen Prozess, ohne dass die Bevölkerung in einer Weise einbezogen wurde. Der Eindruck vieler Betroffener ist: Ein Konzept wird als Errungenschaft verkauft, obwohl es den Alltag nicht entlasten wird.

Es geht nicht um Tierschutz – es geht um Basel

Es geht um öffentliche Hygiene, um Stadtbild und Attraktivität, um Immobilienwerte, um Reinigungskosten und um das Vertrauen der Bevölkerung, dass Probleme ernst genommen und wirksam gelöst werden. Dieses Thema betrifft Eigentümerinnen und Eigentümer, Mieterinnen und Mieter, Gastronomie, Gewerbe, Tourismus – und letztlich die ganze Stadt.

Eine „Pilotlösung“, die keine Lösung bietet

Basel braucht eine Lösung und kein Alibi-Pilotprojekt. Damit ein Taubenkonzept funktioniert, müssen drei Dinge gleichzeitig erfüllt sein: Es braucht genügend Reichweite, damit ein relevanter Teil der Tauben überhaupt erreicht wird. Es braucht verlässliche Bedingungen, damit die Tiere sich an betreute Standorte binden und nicht weiterhin auf Fassaden, in Innenhöfen und auf Balkonen verteilt bleiben. Und es braucht eine wirksame Steuerung der Fortpflanzung, damit der Bestand nicht laufend nachwächst. Fehlt eines dieser Elemente, wird das Problem nicht gelöst, sondern verschoben. Die Belastung wandert und Basel verliert weitere Jahre ohne Verbesserung.
Viele ähnliche Projekte und diverse Fachleute stehen hinter der Tauben-Initiative und nehmen sie ernst. Umso erstaunlicher ist, dass das kleine Pilotprojekt bei vielen Sachkundigen Kopfschütteln auslöst – diese Kritik jedoch an der Basler Politik abprallt.

Warum dieser Gegenvorschlag nicht greift:

Zu klein dimensioniert

Geplant sind 5 kleine Taubenschläge, für maximal 280 Taubenpaare. Das sind gemessen an geschätzt 7’000–10’000 Stadttauben nur etwa 5–7% der städtischen Population. Das reicht nicht, um in der Stadt eine spürbare Wirkung zu erzielen.

Zu wenig Futter = keine Bindung an den Schlag

Es soll im Schlag sehr wenig Futter angeboten werden (20 g wird als „Mästmenge“ bezeichnet; ursprünglich waren 3 g pro Taube/Tag im Raum, später „etwas mehr“, aber weit unter dem Tagesbedarf). Eine Taube benötigt ungefähr 25–40 g Futter pro Tag. Wenn im Schlag zu wenig Futter angeboten wird, sind die Tauben gezwungen, ihr Futter weiterhin auf Strassen und Plätzen zu suchen, so kann und wird keine Bindung an den Schlag entstehen. Nur wenn sich die Tauben im Schlag wohl fühlen brüten sie dort, nur so kommt man an die Taubeneier. Nur so kann man den Taubenbestand kontrollieren und nachhaltig minimieren.

Brut zulassen, Küken entnehmen und töten

Um Abwanderung zu verhindern, soll im Gegenvorschlag gebrütet werden, und der Nachwuchs dann nach kurzer Zeit entnommen und getötet werden. Wir halten das für kontraproduktiv, weil es wissenschaftlich bewiesen ist, dass das die Bindung an den Schlag stört: Werden nach der Brut immer wieder die Küken entnommen“, verlassen die Tauben den Taubenschlag und brüten wieder an Fassaden und auf Balkonen.

Abschüsse & Greifvogeleinsätze an Hotspots verschieben das Problem

Abschuss und kostspielige Greifvogeleinsätze an Hotspots – also genau dort, wo auch die Taubenschläge sind, treibt Tauben in andere Quartiere. Und zwar weg von den Schlägen, dorthin, wo wir sie gerade nicht haben wollen. Ein funktionierendes System braucht das Gegenteil: Tauben müssen sich im Schlag wohlfühlen, damit sie dort brüten.

„Tötungsverbot“ als Schlagwort – ohne Kontext

In den Medien hören wir immer wieder Schlagworte wie: „Die Initiative hat ein Tötungsverbot.“ Was dabei nicht erwähnt wird, ist der Grundsatz dahinter. Abschüsse lösen das Problem langfristig nicht, weil freigewordene Plätze in Populationen rasch wieder durch Jungtiere aufgefüllt werden oder sogar noch mehr Tauben entstehen. Oder hat es in den letzten 40 Jahren in denen die Tauben geschossen wurden etwas verbessert? Ausserdem finden wir es heikel, wenn in frühen Morgenstunden am Bahnhof, in Quartieren, auf Plätzen und in den engen Gassen der Altstadt geschossen wird. Wir erhalten dazu empörte Rückmeldungen aus der Bevölkerung. Menschen, die Zeuge dieser Aktionen waren, sind schockiert. Und ja: Auch das Risiko (Querschüsse, Fehlabschüsse) beschäftigt die Bevölkerung.

Kosten werden künstlich aufgebläht

Der Gegenvorschlag wird als „günstiger“ als die Initiative verkauft. Schaut man aber genauer hin, stehen dort Posten wie z. B. ein Falkner, budgetiert mit 20’000 CHF pro Jahr, der vier Mal pro Jahr die Tauben aus den Quartieren mit einem Falken vertreiben soll. Das Unsinnige daran ist, dass die Tauben schon ab dem nächsten Tag merken, dass er nicht mehr da ist, und wieder in ihre Quartiere zurückkehren.

Ausserdem soll eine vogelkundige Fachstelle für ALLE Vogelarten entstehen, die mit 70’000 CHF pro Jahr komplett in den Gegenvorschlag gewälzt wird. Für reines Taubenmanagement braucht es jedoch keine 100 Prozent Stelle. Eine Hotline während eines halben Tages pro Woche wäre ausreichend. Dies wäre somit eine 10 Prozent Stelle.

Um die Leute von der Initiative abzuschrecken, zeigen sie, wie teuer die Tauben-Initiative wäre, indem sie die Kosten des Gegenvorschlags durch die „5 Schläge“ teilen und auf die Menge der Schläge multiplizieren, die die Initiative fordert, obwohl viele dieser Beträge nicht linear mit mehr Schlägen wachsen und viele dieser Posten beim Konzept der Initiative nicht einmal Bestandteil wären.

Unser Fazit:

Die Regierung will kein Taubenmanagement. Das Pilotprojekt ist ein politisches Manöver und wurde rein aus taktischen Gründen aufgesetzt, um Wählerstimmen von der Initiative abzuziehen und es nach vier Jahren mit der Erklärung „Hat nicht funktioniert“ wieder zu beenden. Leidtragende sind wir alle: Die Bevölkerung spürt während dieser Pilotphase keine Verbesserung, und diese vier Jahre sind verlorene Zeit. Zeit, in der man ein echtes Taubenmanagement auf die Beine stellen könnte, eines, das nachhaltig wirkt!

Unser Appell

Lassen Sie sich nicht von schönen Worten und Schlagzeilen leiten. Entscheidend ist nur: Wirkt die Massnahme oder nicht? Die Tauben-Initiative Kanton Basel-Stadt bietet diese Lösungen!

Eure Tauben-Initiative Kanton Basel-Stadt


Warum Eigentümer & Hausverwaltungen die Tauben-Initiative benötigen

Stadttauben sind kein romantisches Thema, sondern ein reales urbanes Problem. Gerade deshalb braucht es ein steuerndes System, das wirkt und nicht Massnahmen, die das Problem lediglich verschieben.

1) Was Eigentümer & Verwaltungen heute konkret tragen
Verantwortung, Einschränkungen und Daueraufwand
Die Taubenproblematik in Basel-Stadt ist nicht nur ein städtisches Ordnungsthema, sondern in erster Linie eine Liegenschaftsfrage. Eigentümerinnen und Eigentümer sowie deren Hausverwaltungen sind gemäss geltender Praxis verpflichtet, ihre Liegenschaften hygienisch einwandfrei zu halten. Die kantonalen Medizinischen Dienste (Fachbereich Wohnungswesen) führen hygienische Probleme durch Tauben im Wohnumfeld ausdrücklich als Beratungs- und Interventionsfeld auf und halten fest, dass die Verantwortung für Hygieneschädlinge grundsätzlich bei den Eigentümerschaften und Verwaltungen liegt. Entsprechend können Beratung sowie die Anordnung hygienischer Massnahmen durch das Gesundheitsdepartement erfolgen.
Für die Bewirtschaftungspraxis bedeutet dies einen wiederkehrenden, nicht delegierbaren Aufwand, unter anderem für Abklärungen, Reinigung, Instandsetzung, die Koordination von Fachfirmen sowie Mieterkommunikation und Konfliktmanagement.

2) Abwehr am Gebäude
Technisch möglich – aber dauerhaft kosten- und wartungsintensiv
Abwehrmassnahmen am Gebäude sind technisch möglich, jedoch dauerhaft kosten- und wartungsintensiv. Das kantonale Merkblatt Tauben (Mai 2024) beschreibt die übliche Vorgehensweise von der Befallsanalyse über die Entfernung von Kot und Nistmaterial bis zur Auswahl und Montage geeigneter Systeme durch spezialisierte Fachfirmen. Insbesondere Netze müssen fachgerecht installiert und regelmässig kontrolliert werden; beschädigte Systeme sind zu reparieren oder zu ersetzen.
Hinzu kommen rechtliche Einschränkungen: Sobald Eier im Nest liegen, ist die Brut grundsätzlich zuzulassen. Bei geschlüpften Jungvögeln darf ein Nest erst entfernt werden, wenn diese ausgeflogen sind. In der Praxis führt diese Kombination aus technischer, rechtlicher und organisatorischer Bindung dazu, dass Belastungen oft über Wochen bestehen bleiben und Abwehrmassnahmen nicht kurzfristig greifen.

3) Fütterungsverbot und zusätzlicher Konfliktdruck
In Basel-Stadt ist das Füttern freilebender Tauben seit 2019 verboten und wird mit Ordnungsbussen sanktioniert. Für Eigentümer und Hausverwaltungen ist dies insofern relevant, als der Kanton das Nahrungsangebot im öffentlichen Raum reguliert, während die Folgen von Taubenansammlungen – Kot, Nistplätze, Parasitenrisiken, Nutzungseinschränkungen und Beschwerden – weiterhin überwiegend bei den Liegenschaften anfallen.

4) Kann Taubenbefall den Wert einer Liegenschaft beeinträchtigen?
Für Eigentümerinnen und Eigentümer stellt sich damit nicht nur eine Frage des laufenden Aufwands, sondern auch des langfristigen Werterhalts.
Taubenbefall führt nicht automatisch zu einem Wertverlust. Er kann jedoch wertmindernd wirken, wenn er dauerhaft, sichtbar und kostenrelevant ist oder die Nutzbarkeit von Gebäudeteilen beeinträchtigt.
Wertmindernde Effekte entstehen in der Regel indirekt und über mehrere zusammenhängende Mechanismen. Flüssiger Taubenkot greift aufgrund seiner Säure und Feuchtigkeit Putz, Naturstein,
Metall, Geländer und Fensterbänke an, was zu Materialabtrag, Korrosion und einem frühzeitigen Sanierungsbedarf führen kann.
Gleichzeitig werden Gebäudeteile wie Balkone, Terrassen oder Dachflächen in ihrer Nutzung eingeschränkt, was in der Immobilienbewertung als qualitativer Mangel gilt. Daraus resultieren erhöhte laufende Kosten für Reinigung, Abwehrsysteme, Wartung und Reparaturen, die die Nettoerträge belasten und sich negativ auf Ertrags- und Verkehrswertberechnungen auswirken können.
Sichtbarer Taubenbefall beeinflusst zudem die Wahrnehmung von Liegenschaften, kann die Vermietbarkeit beeinträchtigen und bei anhaltenden hygienischen Problemen behördliche Kontrollen, Auflagen oder Sanierungsaufforderungen nach sich ziehen.
In der Praxis gilt daher: Einzelner, temporärer Befall ist meist unproblematisch. Ein ungelöstes, strukturelles Taubenproblem kann jedoch mittel- bis langfristig wertmindernd wirken, meist indirekt über Kosten, Nutzung und Marktakzeptanz.

Initiatorin:

  • Renée Winkler

Mitglieder des Initiativ-Komitees:

  • Isabel Fuchs
  • Niousha Naderi
  • Eva Luz
  • Tamara Mägli
  • Michael Burkhardt
  • Nicolas Eichenberger
  • Lysiane Lutz
  • Andrea Strähl
  • Armin Reitzle